Pfui, war das gruusig! Ich konnte mit dem Apfelmus gar nichts anfangen. Sollen das doch meine Eltern essen, wenn sie so heiss drauf sind. Da bevorzuge ich doch die Milch aus meinem Schoppen. Das wiederum können die Pflegrinnen und Ärzte nicht verstehen. Die Milch mit all den Zusätzen schmecke angeblich so widerlich, dass sie bisher nur ganz wenige bis keine Kinder gesehen haben, die dieses Zeugs freiwillig trinken. Nun, langsam sollten sie gemerkt haben, dass ich halt ein Spezialfall bin und überall aus der Reihe tanze, wo ich nur kann.
Der Wundschlauch steckt übrigens immer noch in meinem Bauch und gibt nach wie vor viel zu viel Wasser von sich. Seit Tagen sagen die Ärzte „demain“ wird der Schlauch gezogen und wenn wir dann „demain“ haben, heisst es wieder „demain“. Also wenn ich diesen „demain“ erwische, kriegt der von mir aber was zu hören.
Meine Nachbarin hat übrigens das gleiche Problem mit diesem „demain“. Bei ihr sagen sie immer, dass sie „demain“ nach Hause darf. Mittlerweile sind aber schon ganz viele „demains“ verstrichen und sie ist immer noch hier.
Ansonsten gibt’s nicht viel zu berichten – sämtliche Werte sind stabil. Bringt mir aber nichts, denn schliesslich sollen sie doch sinken. Meine Fieberschübe habe ich auch noch und geschlafen habe ich in der vergangenen Nacht nicht gross. Dafür hab ich einen Mittagsmutz gemacht.
Also, à bientôt oder – wie die Ärzte zu sagen pflegen – à demain!
27. Mai 2008
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2 Kommentare:
Hallo ihr 3 Genfer
Ich meinerseits verschiebe das Schreiben nicht auf "demain"
Es muss einfach einmal wieder gesagt werden, ihr alle meistert eure Situation einfach bewundernswert!!!
Ich wünsche euch weiterhin alles Liebe und macheds guet!!!
As liabs Gruessli us Scharans
Claudia und Co.
Liebe Lynn,
ich habe eine Theorie zu dem Thema "demain": Das Genfer Krankenhaus hat in einem Sonderverkauf eine Riesenmenge von der Babymilch gekauft, die sich mittlerweile dem Mindesthaltbarkeitsdatum nähert. Da Du aber offensichtlich die Einzige bist, die das Zeug runterkriegt, müssen sie Dich so lange dabehalten, bis die Vorräte weg sind - daher wollen Sie Dich nicht vom Schlauch nehmen, der reicht nämlich nicht bis nach Büren...
Die Moral von der Geschicht': Schön weitertrinken! Den eigenen Geschmack solltest Du Dir übrigens bewahren. Wenn man nicht das mag, was alle mögen, ist man erstens was Besonderes und zweitens hat man dann weniger Verteilungskämpfe auszufechten.
Weiterhin gute Besserung!
Dein Dirk
PS: Grüße doch bitte auch Deine Eltern von mir.
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